Die Heinzelmännchen sind zurück

11.02.2019


Tuppes verneigt sich vor Publikum und den fleißigen Heinzelmännchen

Leev Jecke,

Die Session läuft auf Hochtouren und die Stimmung in den Sälen ist grandios. Köln hat auch in diesem Jahr wieder ein fantastisches Dreigestirn, welches ausgesprochen volksnah und zugewandt daherkommt und den Jecken im Saal ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ihr seid Fastelovend.

Heute möchte ich aber auch für diejenigen mal eine Lanze brechen, die im Hintergrund wuseln, machen und tun. Es sind die vielen stillen Geister, die kaum jemand kennt, geschweige denn wahrnimmt, die aber dafür sorgen, dass Sitzungen reibungslos laufen und erfolgreich sind. Es ist für unsereins z.B. von großer Bedeutung, eine reservierten Parkplatz vor dem Saal zu haben. Häufig kommen wir ja auf den letzten Drücker zum Auftritt, da bleibt selten Zeit zur Parkplatzsuche. Wie wohltuend sind da z.B. die engagierten Kräfte vor dem Kölner Gürzenich, die für uns Künstler extra einen Parkstreifen freihalten, uns einweisen und uns meistens auch noch mit warmen Worten empfangen. Man kennt sich, man hilft sich, man ist Teil vom großen Zirkus namens Karneval. Gleiches gilt für die freundlichen Empfangs- und Servicekräfte, die bei der Einlasskontrolle die Karten abreißen und für die Sicherheit im Gebäude sorgen. Auch hier sind es oft die immer selben Gesichter und ich für meinen Teil freue mich stets, wenn die Zeit für einen kurzen Plausch reicht. Unschlagbar wertvoll sind die netten Menschen, die für unser leibliches Wohl sorgen. Es gibt Veranstaltungen, wo man sich in einer herausragenden Art und Weise um uns kümmert. Zum Beispiel bei der Bürgergesellschaft, wo Martina Wipperfürth, die Literatin mit Herz für uns Künstler, ein wahres Catering breithält. Hier ein Stückchen Kuchen, dort ein Tässchen Tee oder Kaffee. Gummibärchen, Lakritz oder andere Leckereien…kein Problem. Im Festzelt von Monheim dagegen kennt jeder Ulrike, die schon seit Jahren alles dafür tut, dass man zwischen zwei Auftritten nicht vom Fleisch fällt und sich stärken kann. Ulrike ist Kult. Jeder darf sich glücklich schätzen in Monheim aufzutreten…alleine schon wegen der liebevollen Versorgung.

Damit wir uns hier richtig verstehen. Wir Karnevalskünstler haben keine großen Ansprüche und sind echt pflegeleicht. Von großen Rockbands hört man ja immer mal wieder, dass deren Verträgen lange Listen beigefügt sind, auf denen genauestens steht, was der Veranstalter alles zu besorgen hat. Das ist bei uns definitiv nicht so und wird auch gar nicht erwartet. Dennoch freut es uns immer sehr, wenn es einen kurzen Moment des Durchschnaufens gibt, man ein Glas stilles Wasser gereicht bekommt oder gerne auch mal ein Kölsch. Viele Vereine sind da wirklich sehr großzügig und stellen manchmal sogar eine Suppe oder belegte Brötchen bereit. In der Kölner Flora gibt’s Backstage einen grandiosen Espresso und eine ausgesprochen schmackhafte BIO-Apfelschorle. Auf der Mädchensitzung in Bliesheim hatten fleißige Helfer selbst gebackenen Kuchen aufgebaut, dazu Frikadellen, Kaffee und Tee. Das war der helle Wahnsinn und ich bekam sogar noch was eingepackt „für auf die Fahrt“. Sehr dankbar sind wir auch stets für eine kleine Garderobe, wo man seine Sachen deponieren und sich selbst kurz sortieren kann.

Eine andere Personengruppe, die besonders wesentlich zum Erfolg auf der Bühne beiträgt, ist die Gruppe der Techniker und Sound-Zauberer. Die, die aus ner Sporthalle eine Event-Location machen. Es ist so unglaublich wichtig, dass auch bei uns Rednern der Sound stimmt, das ahnt man als Sitzungsbesucher sicherlich kaum. Aber es ist wirklich enorm von Bedeutung, dass auch das gesprochene Wort klar beim Sitzungsgast ankommt, weder zu laut noch zu leise und das die Stimme angenehm transportiert wird. Man kann ja an vielem sparen, an der Technik sollte man es jedoch nicht. Davon haben letztlich alles etwas und ein Sitzungsgast, der den gesamten Abend über einen guten Klang im Ohr hatte, kommt in nächsten Jahr auch gerne wieder.

Und dann sind da noch die vielen helfenden Hände, die sich oftmals sehr liebevoll und aufwendig um die Dekoration kümmern. Man kann selbst aus der einfachsten Garage einen gemütlichen Sitzungssaal machen, wenn man ein wenig Kreativität an den Tag legt und etwas dafür tut, dass die Gäste sich gerne im Saal aufhalten. Hier einige Ballons, dort ein schönes Bühnenbild, hier ein paar LED-Strahler, dort ein paar Girlanden, Luftschlangen oder Figuren. Es gab in dieser Session bereits etliche wunderschön dekorierte Säle, die fantastisch und geschmackvoll hergerichtet waren.

Saaltechniker, Hausmeister, Rettungssanitäter, Feuerwehrleute, Reinigungskräfte, Toilettenpersonal…sie alle tragen dazu bei und haben ihren Anteil daran, dass eine Veranstaltung zu einem tollen Erlebnis wird. Ihr seid Fastelovend und die wahren Stars. Ihr seid die Heinzelmännchen von Köln.

Die härteste Arbeit aber haben vermutlich die Saalkellner und Bedienungen. Diejenigen, die alle Sitzungsgäste mit Kölsch und Wein versorgen. Es würde mich mal sehr interessieren, wie viele Kilometer jede Bedienung allein an einem Abend auf den Beinen ist. Die Schlepperei der Flaschen, Gläser und oftmals auch Fässchen, ist Knochenarbeit. Doch statt zu jammern, flitzen diese fleißigen Bienchen mit einem strahlenden Lächeln zum nächsten Tisch. Es sei jedem Sitzungsgast ein gutes Trinkgeld wert.

Mit dem wunderbaren Foto von Nicki Siegenbruck möchte ich heute einfach mal Danke sagen. Es entstand im Kölner Theater am Tanzbrunnen. Herzlichen Dank Ihr lieben Heinzelmännchen!

Auf das wir nie von allen guten Geistern verlassen sein mögen!

Kölle Alaaf

Euer Tuppes

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